Mai 2026: Der Finanzchef der Gruppe hat vom „Fünf-Cent-Strompreis“ gelesen und fragt das Energiemanagement, was davon im eigenen Haus ankommt. Für die Schmiede und die Gießerei geht es um sechsstellige Beträge, für das Montagewerk um nichts.
Was ist der Industriestrompreis?
Trotz des Namens bekommt kein Unternehmen einen festen Strompreis. Weil Strom in Deutschland teurer ist als in vielen anderen Ländern und stromintensive Produktion sonst abwandern könnte, mit ihren Emissionen gleich mit, trägt der Bund nach einer Richtlinie des Bundeswirtschaftsministeriums für die AbrechnungsjahrDas Kalenderjahr, für das der Industriestrompreis gewährt wird, also 2026, 2027 oder 2028. Beantragt und ausgezahlt wird jeweils im folgenden Jahr, für 2026 also 2027. 2026 bis 2028 einen Teil der Kosten.
Das Unternehmen kauft seinen Strom wie bisher und bekommt das Geld nach positiver Prüfung des Antrags im Folgejahr vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFABundesamt in Eschborn unter Fachaufsicht des Bundeswirtschaftsministeriums. Es bewilligt den Industriestrompreis, prüft die Anträge und entscheidet auch über die Besondere Ausgleichsregelung.). Garantiert ist der Betrag nicht, denn wenn die Haushaltsmittel nicht reichen, werden alle Zuschüsse gleichmäßig gekürzt. Einen Überblick über die ganze Reihe gibt die Übersichtsseite zum Industriestrompreis.
Ab wann gilt der Industriestrompreis?
Die Richtlinie gilt seit dem 7. Mai 2026 für die Abrechnungsjahre 2026 bis 2028. Beantragt wird erstmals 2027, rückwirkend für das ganze Jahr 2026: Das Portal öffnet voraussichtlich im Dezember 2026, Antragsfrist ist der 31. März 2027.
Bedeutet der Industriestrompreis 5 Cent je Kilowattstunde?
Die 5 Cent je Kilowattstunde sind der ZielpreisRechengröße von 5 Cent je Kilowattstunde. Gezahlt wird der Abstand zwischen Börsenpreis und Zielpreis, höchstens die Hälfte des Börsenpreises, auf die Hälfte des eigenen Verbrauchs; 2026: 3,744 Cent. der Berechnung, kein Strompreis: Für 2026 erstattet das BAFA 3,744 Cent je Kilowattstunde auf die Hälfte des selbst verbrauchten Stroms.
Wie hoch ist die Entlastung?
Weniger, als die Schlagzeile verspricht. Das BAFA fördert die Hälfte des Stroms, den ein Werk selbst verbraucht, mit einem festen Betrag je Megawattstunde, der für 2026 bereits feststeht und veröffentlicht ist: 37,44 Euro. Er leitet sich aus dem Terminpreis ab, zu dem Strom für 2026 im Jahr 2025 an der Börse gehandelt wurde, im Mittel 87,44 Euro. Der Satz deckt den Abstand zu einem Zielpreis von 50 Euro, höchstens aber die Hälfte des Börsenpreises. Die oft genannten fünf Cent sind also nicht der Zuschuss, sondern der Zielpreis.
Jede Gesellschaft stellt ihren eigenen Antrag, auch innerhalb einer Gruppe. Das Montagewerk geht leer aus, weil seine Branche nicht auf der Liste der berechtigten Wirtschaftszweig (WZ-Code)Kennziffer eines Wirtschaftszweigs in der Klassifikation des Statistischen Bundesamts, etwa 24.51 für Eisengießereien. Für den Industriestrompreis gilt die Ausgabe 2008 (WZ 2008); nachgewiesen im Regelfall per Bescheinigung des statistischen Landesamts. steht; wer genau dazugehört, erklärt Teil 2.
INDUSTRIESTROMPREIS · TEIL 1
Vom Messen bis zur Gegenleistung
2026
Strom messen, Gegenleistung planen
Dez. 2026
Portal öffnet voraussichtlich
31.03.2027
Antrag beim BAFA
31.05.2027
Prüfungsvermerk ab 10 GWh
meist 4 Jahre
Gegenleistung umsetzen
Für 2027 und 2028 wiederholt sich der Ablauf.
Was muss das Unternehmen dafür tun?
Drei Pflichten hängen am Geld.
Investieren
Wenigstens die Hälfte des Geldes geht in Anlagen, die die Kosten des Stromsystems senken.
Messen
Zuschuss gibt es für den Strom, den das Unternehmen selbst verbraucht; DrittmengenStrom, den Dritte, etwa Mieter, für den eigenen Verbrauch beim Antragsteller kaufen. Er zählt nicht zum eigenen Verbrauch und wird gemessen oder, wo ein Zähler fehlt, geschätzt und abgezogen. gehören nicht dazu.
Beantragen
Der Antrag für 2026 muss bis zum 31.03.2027 beim BAFA sein.
Erstens investieren. Wenigstens die Hälfte des Geldes muss in Anlagen gehen, die die Kosten des Stromsystems senken, etwa in die Nutzung von Abwärme, einen Batteriespeicher oder eine Photovoltaikanlage, solange ihr eingespeister Strom keine EEG-Vergütung erhält. Für die Schmiede sind das mindestens 112.320 Euro, für die Gießerei 74.880 Euro. Zeit dafür sind in der Regel vier Jahre nach dem Bescheid, und zählen können schon Maßnahmen ab Januar 2026.
Wahlweise kommt der FlexibilitätsbonusZehn Prozent mehr Zuschuss, wenn das Unternehmen im Antrag zusagt, 80 Prozent seiner Gegenleistung in Flexibilität wie Speicher oder Laststeuerung zu investieren und drei Viertel des Bonus zusätzlich. hinzu. Er bringt zehn Prozent mehr Zuschuss, wenn 80 Prozent der GegenleistungPflicht, mindestens die Hälfte des Zuschusses in neue oder modernisierte Anlagen zu investieren, die die Kosten des Stromsystems senken, in der Regel binnen 48 Monaten nach dem Bescheid. Amtlich: Dekarbonisierungsmaßnahme. in Flexibilität fließen und drei Viertel des Bonus zusätzlich investiert werden; flexibel ist zum Beispiel ein Batteriespeicher, der lädt, wenn Strom günstig ist. Was als Gegenleistung zählt, zeigt Teil 3.
Zweitens messen. Zuschuss gibt es für den Strom, den das Unternehmen selbst verbraucht, gleich ob er aus dem Netz kommt oder aus eigener Erzeugung. Auf das Werksgelände der Schmiede gelangt er über einen Netzanschluss mit Zähler und aus einer kleinen Photovoltaikanlage auf dem Hallendach, die ebenfalls einen eigenen Zähler hat. Zwei andere Unternehmen auf dem Gelände kaufen ihren Strom bei der Schmiede, und ihre Mengen gehören nicht dazu.
Die Werkskantine betreibt ein Caterer als eigenes Unternehmen; er hat einen geeichten Zähler, seine Menge wird gemessen und abgezogen. Beim Logistiker in der Nachbarhalle fehlt ein Zähler. Seine Menge darf die Schmiede nur schätzen, soweit der Zähler fehlt, nachvollziehbar und so vorsichtig, dass ihr eigener Verbrauch nicht höher ausfällt, als eine Messung ergeben hätte. Was bleibt, ist der Eigenverbrauch: Netzbezug und selbst erzeugter Strom, abzüglich der Mengen Dritter und dessen, was die Photovoltaikanlage ins Netz einspeist.
Netz
Bezug zählt
Einspeisung zählt nicht
Werksgelände der Schmiede
Schmiede
Eigenverbrauch
Dach-PV
selbst verbraucht
Kantine (Caterer)
Zähler: abziehen
Logistiker
kein Zähler: schätzen
geeichter Zähler
NetzbezugEigenerzeugungEinspeisungDritteEigenverbrauch
Drittens beantragen. Das Antragsportal Förderzentrale Deutschland öffnet voraussichtlich im Dezember 2026; der Antrag für 2026 muss bis zum 31.03.2027 beim BAFA sein, mit StrompreiskompensationBeihilfe für die CO2-Kosten des Emissionshandels, die über den Strompreis weitergegeben werden; bewilligt von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt). Strom, für den sie beantragt wird, zählt beim Industriestrompreis nicht. bis zum 15.07.2027. Liegt der beantragte Verbrauch bei 10 Gigawattstunden oder mehr, braucht der Antrag einen Prüfungsvermerk vom Wirtschaftsprüfer; bei der Autoschmiede betrifft das nur die Schmiede. Der Vermerk darf laut BAFA bis Ende Mai 2027 folgen, wenn der Antrag bis Ende März eingeht.
Warum beginnt die Arbeit schon im Abrechnungsjahr?
Die Besondere AusgleichsregelungBegrenzung der KWKG-Umlage und der Offshore-Netzumlage für stromkostenintensive Unternehmen nach dem Energiefinanzierungsgesetz, beantragt beim BAFA bis 30. Juni für das folgende Jahr. Lässt sich mit dem Industriestrompreis verbinden. beantragt ein Unternehmen bis zum 30. Juni für das folgende Kalenderjahr, gestützt auf sein letztes abgeschlossenes Geschäftsjahr; die Begrenzung der Umlagen gilt dann für dieses folgende Jahr. Beim Industriestrompreis ist die Reihenfolge umgekehrt: Beantragt wird erst nach dem Abrechnungsjahr, für den Strom, der darin tatsächlich selbst verbraucht wurde, und auch das Geld kommt erst danach.
Der Antrag kommt 2027, die Belege stammen aus 2026, und was dieses Jahr ungemessen bleibt, ist im Frühjahr kaum noch zu rekonstruieren. Ein früher Blick des Wirtschaftsprüfers auf das Messkonzept zeigt Schwachstellen, solange sie sich noch schließen lassen; das Konzept selbst schreibt das Unternehmen. Die Autoschmiede prüft deshalb noch im Sommer die Branche jedes Standorts, erfasst Zähler und Mitverbraucher und plant die Gegenleistung: welche Investitionen bis wann umgesetzt werden.
FAQ
- Ist der Industriestrompreis ein Strompreis von fünf Cent?
- Nein. Fünf Cent je Kilowattstunde sind der Zielpreis der Berechnung; der Zuschuss selbst ist der Abstand zwischen Börsenpreis und Zielpreis, höchstens die Hälfte des Börsenpreises, für die Hälfte des Verbrauchs.
- Wie wird der Industriestrompreis berechnet?
- Satz mal halber eigener Verbrauch: Für 2026 gibt es 37,44 Euro je Megawattstunde auf die Hälfte des selbst verbrauchten Stroms, also rund 18.720 Euro je Gigawattstunde.
- Braucht der Antrag einen Wirtschaftsprüfer?
- Ab 10 Gigawattstunden je Antrag braucht er einen PrüfungsvermerkSchriftliche Bestätigung des Wirtschaftsprüfers über geprüfte Angaben. Beim Industriestrompreis ab 10 Gigawattstunden je Antrag nötig: Er bestätigt mit hinreichender Sicherheit Branche, Stromverbrauch und Abgrenzung zur Strompreiskompensation.; den erteilt der Wirtschaftsprüfer, nachdem er Branche, Stromverbrauch und die Abgrenzung zur Strompreiskompensation geprüft hat. Wie die Prüfung abläuft, zeigt Teil 8.
- Gibt es einen Rechtsanspruch auf den Industriestrompreis?
- Nein. Gezahlt wird im Rahmen der Haushaltsmittel; reichen sie nicht, werden alle Zuschüsse gleichmäßig gekürzt.
Quellen und Rechtsstand
- BMWE: Richtlinie Industriestrompreis für die Abrechnungsjahre 2026 bis 2028 vom 27.04.2026, BAnz AT 06.05.2026 B1
- BAFA: Industriestrompreis (Themenseite), abgerufen am 15.10.2026
- BAFA: Merkblatt Industriestrompreis, Stand 04.08.2026
- BAFA: Merkblatt zu Dekarbonisierungsmaßnahmen, Stand 04.08.2026
- BMWE: Pressepapier zum Industriestrompreis, 16.04.2026
Quellen und Rechtsstand geprüft am 15.10.2026.